INCI-Liste verstehen: So liest du die Inhaltsstoffe deiner Kosmetik richtig

Du kaufst eine Creme, einen Lippenbalsam oder ein Gesichtswasser und wirfst einen Blick auf die Zutatenliste. Doch statt verständlicher Begriffe findest du Namen wie Butyrospermum Parkii Butter, Simmondsia Chinensis Seed Oil oder Tocopherol.
Was bedeuten diese Bezeichnungen eigentlich? Sind kompliziert klingende Inhaltsstoffe automatisch künstlich? Und woran erkennst du, welche Bestandteile in deiner Kosmetik enthalten sind?
Die Antwort findest du häufig auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung: in der sogenannten INCI-Liste.
INCI steht für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients. Dabei handelt es sich um ein international verwendetes System zur Bezeichnung kosmetischer Inhaltsstoffe.
Wenn du lernst, diese Liste richtig einzuordnen, kannst du Kosmetik bewusster auswählen und Werbeaussagen besser beurteilen.
Bei Offizinalis beschäftigen wir uns als kleine bayerische Manufaktur mit ausgewählten Rohstoffen, sorgfältig entwickelten Rezepturen und handgefertigter Naturkosmetik. Deshalb finden wir es wichtig, nicht nur über Produkte zu sprechen, sondern auch verständlich zu erklären, was hinter ihren Inhaltsstoffen steckt.
In diesem Beitrag erfährst du, wie eine INCI-Liste aufgebaut ist, was die Bezeichnungen bedeuten und worauf du bei deiner nächsten Kaufentscheidung achten kannst.
Was ist eine INCI-Liste?
Die INCI-Liste ist die international standardisierte Bezeichnung der Inhaltsstoffe eines kosmetischen Produkts.
Du findest sie häufig auf der Verpackung, auf dem Etikett oder in den Produktinformationen. Sie soll nachvollziehbar machen, welche Bestandteile in einer Creme, einem Shampoo, einem Lippenbalsam oder einem anderen Kosmetikprodukt enthalten sind.
Dabei werden Inhaltsstoffe nicht unbedingt unter ihren alltäglichen deutschen Namen aufgeführt. Stattdessen kommen international gebräuchliche Bezeichnungen zum Einsatz.
Ein pflanzliches Öl kann deshalb auf der Zutatenliste anders heißen, als du es aus dem Alltag kennst.
Ein Beispiel:
Jojobaöl wird in der INCI-Liste als Simmondsia Chinensis Seed Oil bezeichnet.
Sheabutter findest du unter Butyrospermum Parkii Butter.
Vitamin E kann als Tocopherol oder in einer anderen entsprechenden INCI-Bezeichnung aufgeführt sein, abhängig davon, welche Form verwendet wird.
Diese Namen wirken zunächst kompliziert. Sie sind aber nicht automatisch ein Hinweis darauf, dass ein Inhaltsstoff künstlich hergestellt wurde.
Entscheidend ist, den jeweiligen Stoff richtig einzuordnen.
Warum stehen auf Kosmetikprodukten keine einfachen deutschen Zutatenlisten?
Die Verwendung internationaler Bezeichnungen erleichtert die einheitliche Kennzeichnung kosmetischer Inhaltsstoffe in unterschiedlichen Ländern.
Eine Creme wird möglicherweise in einem Land hergestellt, in einem anderen verkauft und von Menschen mit verschiedenen Muttersprachen verwendet.
Würden ausschließlich alltägliche deutsche Bezeichnungen verwendet, könnte die Zuordnung je nach Sprache schwieriger sein.
Die INCI-Nomenklatur schafft deshalb eine gemeinsame Grundlage.
Das bedeutet allerdings nicht, dass du jede Bezeichnung ohne Weiteres verstehen musst. Viele Namen stammen aus der botanischen Nomenklatur, der chemischen Fachsprache oder anderen etablierten Benennungssystemen.
Es lohnt sich deshalb, einzelne Inhaltsstoffe nachzuschlagen, wenn du mehr über ihre Herkunft oder Funktion erfahren möchtest.
Wichtig ist dabei, verlässliche Informationen zu verwenden und nicht allein aus dem Namen eines Stoffes auf seine Eigenschaften zu schließen.
Wie ist eine INCI-Liste aufgebaut?
Ein wichtiger Grundsatz lautet: Die Reihenfolge der Inhaltsstoffe ist nicht beliebig.
Nach den europäischen Kennzeichnungsvorschriften werden kosmetische Inhaltsstoffe grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts zum Zeitpunkt der Zugabe aufgeführt.
Das bedeutet: Inhaltsstoffe, die in größeren Mengen enthalten sind, stehen üblicherweise weiter vorne auf der Liste.
Es gibt allerdings eine wichtige Besonderheit.
Bestandteile, die in Konzentrationen von höchstens einem Prozent enthalten sind, dürfen nach den Inhaltsstoffen mit einem Anteil von mehr als einem Prozent in beliebiger Reihenfolge aufgeführt werden.
Auch Farbstoffe unterliegen besonderen Kennzeichnungsregeln.
Deshalb kannst du aus der Position eines einzelnen Inhaltsstoffs nicht immer genau ableiten, wie viel davon enthalten ist.
Was sagt die Reihenfolge tatsächlich aus?
Angenommen, auf einer Zutatenliste stehen mehrere Öle, ein Emulgator und weitere Bestandteile.
Wenn ein Öl an erster Stelle steht, bedeutet das zunächst, dass es nach den Kennzeichnungsregeln den größten Gewichtsanteil unter den aufgeführten Inhaltsstoffen hat.
Es bedeutet aber nicht automatisch, dass dieses Öl der wichtigste Bestandteil für jede gewünschte Produkteigenschaft ist.
Die Funktion eines Inhaltsstoffs hängt von mehreren Faktoren ab: seiner Konzentration, seinen Eigenschaften und der gesamten Zusammensetzung des Produkts.
Eine Zutatenliste ist deshalb eine wichtige Informationsquelle. Sie ersetzt jedoch nicht die vollständige Rezepturkenntnis.
Natürliche Inhaltsstoffe und komplizierte Namen: Was steckt dahinter?
Ein häufiger Irrtum lautet, dass natürliche Inhaltsstoffe immer einfache Namen haben müssten und komplizierte Bezeichnungen automatisch für künstliche Stoffe stehen.
Das stimmt nicht.
Auch pflanzliche Öle, Wachse und Extrakte besitzen festgelegte INCI-Namen, die auf botanischen oder international etablierten Bezeichnungen beruhen.
Hier sind einige Beispiele.
Jojobaöl – Simmondsia Chinensis Seed Oil
Jojobaöl ist ein pflanzlicher Rohstoff, der in kosmetischen Formulierungen eingesetzt werden kann.
Sein INCI-Name lautet Simmondsia Chinensis Seed Oil.
Der Name bezeichnet das aus den Samen des Jojobastrauchs gewonnene Öl beziehungsweise den entsprechenden kosmetischen Rohstoff.
Allein anhand des Namens lässt sich allerdings nicht feststellen, welche konkrete Qualität, Reinheit oder Herkunft ein verwendeter Rohstoff besitzt. Dafür wären zusätzliche Informationen des Herstellers notwendig.
Sheabutter – Butyrospermum Parkii Butter
Sheabutter wird aus den Samen beziehungsweise Nüssen des Sheabaums gewonnen und kann in verschiedenen Pflegeprodukten verwendet werden.
In der INCI-Liste findest du sie unter Butyrospermum Parkii Butter.
Sheabutter kann die Eigenschaften einer Rezeptur beeinflussen, beispielsweise ihre Konsistenz und ihr Hautgefühl.
Wie sich ein Produkt tatsächlich anfühlt, hängt jedoch nicht allein von diesem einen Bestandteil ab, sondern von der gesamten Formulierung.
Bienenwachs – Cera Alba
Bienenwachs trägt in der INCI-Liste die Bezeichnung Cera Alba.
Es kann beispielsweise dazu beitragen, die Konsistenz und Struktur eines kosmetischen Produkts zu beeinflussen.
Für Menschen, die ausschließlich vegane Kosmetik verwenden möchten, ist dieser Inhaltsstoff besonders relevant: Bienenwachs ist ein tierischer Rohstoff.
Ob ein Produkt vegan ist, sollte deshalb anhand seiner vollständigen Zusammensetzung und der entsprechenden Produktinformationen beurteilt werden.
Glycerin – Glycerin
Glycerin ist ein vielseitig eingesetzter kosmetischer Inhaltsstoff.
Es kann Wasser binden und wird unter anderem in Feuchtigkeitsformulierungen verwendet.
Glycerin kann aus unterschiedlichen Ausgangsstoffen stammen und auf verschiedenen Wegen hergestellt werden. Die INCI-Bezeichnung allein verrät dir deshalb nicht zwangsläufig seine genaue Herkunft.
Wenn dir die Herkunft eines Rohstoffs wichtig ist, benötigst du gegebenenfalls zusätzliche Informationen des Herstellers.
Tocopherol – Vitamin E
Tocopherol ist eine Form von Vitamin E.
In kosmetischen Formulierungen kann es unter anderem als Antioxidans eingesetzt werden. Je nach Rezeptur und Einsatzweise kann es dazu beitragen, bestimmte Bestandteile vor Oxidation zu schützen.
Aus der Bezeichnung allein kannst du jedoch nicht sicher ableiten, welche Konzentration verwendet wurde oder welchen konkreten Beitrag der Stoff im jeweiligen Produkt leistet.
Diese Beispiele zeigen: Eine INCI-Liste lässt sich besser verstehen, wenn du die Bezeichnungen kennst und ihre Bedeutung im Zusammenhang betrachtest.
Bedeutet „natürlich“ automatisch, dass ein Inhaltsstoff besser ist?
Nein. Der Ursprung eines Rohstoffs allein entscheidet nicht darüber, ob er für eine bestimmte Anwendung geeignet ist.
Natürliche Inhaltsstoffe können wertvolle Funktionen in kosmetischen Rezepturen erfüllen. Sie können aber ebenso Eigenschaften besitzen, die bei der Entwicklung und Anwendung berücksichtigt werden müssen.
Beispielsweise können bestimmte Duftstoffe oder pflanzliche Bestandteile bei empfindlichen Personen Unverträglichkeiten auslösen.
Auch synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe sind nicht pauschal als schlecht oder minderwertig einzustufen.
Eine sachliche Beurteilung berücksichtigt vielmehr:
Welche Funktion übernimmt der Inhaltsstoff?
Wie ist er in die gesamte Rezeptur eingebunden?
Welche Eigenschaften besitzt er?
Wie wird das fertige Produkt verwendet?
Welche Informationen liegen zur Sicherheit und Qualität vor?
Die Unterscheidung zwischen natürlich und synthetisch kann für deine persönliche Produktauswahl wichtig sein. Sie reicht jedoch allein nicht aus, um die Qualität oder Verträglichkeit eines fertigen Kosmetikprodukts zu beurteilen.
Warum die gesamte Rezeptur wichtiger ist als ein einzelner Inhaltsstoff
Ein Kosmetikprodukt besteht aus einer Kombination verschiedener Bestandteile.
Diese Bestandteile werden nicht einfach zufällig zusammengemischt. Sie müssen innerhalb der Rezeptur bestimmte Aufgaben erfüllen und miteinander vereinbar sein.
Bei einer Creme können beispielsweise Wasser, Öle, Emulgatoren, Konsistenzgeber und weitere Bestandteile zusammenwirken.
Wasser und Öl vermischen sich unter normalen Bedingungen nicht dauerhaft von selbst. In einer Emulsion werden deshalb geeignete Emulgatoren eingesetzt, um die gewünschte Produktstruktur zu ermöglichen und zu stabilisieren.
Je nach Produkt können außerdem Stoffe enthalten sein, die das Hautgefühl beeinflussen, die Formulierung schützen oder weitere technologische Aufgaben übernehmen.
Die genaue Zusammensetzung richtet sich nach dem jeweiligen Produkt.
Ein einzelner Rohstoff kann deshalb nicht losgelöst von seiner Umgebung beurteilt werden.
Auch eine lange Zutatenliste ist nicht automatisch schlechter als eine kurze. Umgekehrt ist eine kurze Liste kein allgemeiner Beweis für eine besonders hochwertige Rezeptur.
Entscheidend sind die konkrete Zusammensetzung, die Qualität der verwendeten Rohstoffe, die sachgerechte Herstellung und die Sicherheit des fertigen Produkts.
Was sagen Konservierungsstoffe über ein Kosmetikprodukt aus?
Konservierungsstoffe werden häufig kritisch betrachtet. Dabei ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.
Kosmetische Produkte können je nach Zusammensetzung und Verpackung unterschiedlich anfällig für eine mikrobielle Verunreinigung sein.
Insbesondere wasserhaltige Formulierungen benötigen eine geeignete Strategie, um ihre mikrobiologische Qualität während der vorgesehenen Verwendung zu gewährleisten.
Dafür können zugelassene Konservierungsstoffe eingesetzt werden. Welche Maßnahmen geeignet sind, hängt unter anderem von der Rezeptur, der Herstellung, der Verpackung und der vorgesehenen Verwendung ab.
Nicht jedes Kosmetikprodukt benötigt dieselbe Konservierungsstrategie. Bei Produkten mit geringem oder fehlendem Wasseranteil können andere Voraussetzungen gelten. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jedes wasserfreie Produkt grundsätzlich vor Verunreinigungen geschützt ist.
Wichtig ist außerdem: Die Abwesenheit eines bestimmten Konservierungsstoffs ist für sich genommen kein Beweis für eine höhere Qualität oder bessere Verträglichkeit.
Wenn du die Konservierung eines Produkts verstehen möchtest, solltest du die gesamte Formulierung und die Angaben des Herstellers betrachten.
Wie erkennst du Duftstoffe in der INCI-Liste?
Duftstoffe können in kosmetischen Produkten unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Sie können beispielsweise einem Produkt einen bestimmten Duft verleihen oder zum Duftprofil einer Formulierung beitragen.
Wenn du Duftstoffe vermeiden möchtest, lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste.
Dabei solltest du berücksichtigen, dass Duftstoffbestandteile unter unterschiedlichen Bezeichnungen aufgeführt sein können. Je nach Zusammensetzung und geltenden Kennzeichnungsvorschriften müssen bestimmte Duftstoffallergene gesondert angegeben werden.
Eine Zutatenliste kann dir deshalb wichtige Hinweise geben.
Sie ermöglicht jedoch nicht in jedem Fall eine vollständige Beurteilung der individuellen Verträglichkeit.
Wenn du bereits auf bestimmte Duftstoffe reagiert hast, ist es sinnvoll, die konkreten Inhaltsstoffe zu prüfen und bei Unsicherheit fachkundigen Rat einzuholen.
Was bedeutet es, wenn ein Inhaltsstoff weit hinten steht?
Die Position eines Inhaltsstoffs kann dir Hinweise auf seinen relativen Gewichtsanteil geben.
Sie verrät aber nicht automatisch, wie wichtig der Stoff für die Funktion der Rezeptur ist.
Ein Inhaltsstoff kann bereits in vergleichsweise geringer Menge eine bestimmte technologische Funktion erfüllen. Andere Bestandteile werden in größeren Mengen eingesetzt, weil sie beispielsweise die Grundlage einer Creme bilden.
Außerdem darfst du aus der Reihenfolge nicht ohne Weiteres auf eine bestimmte Wirksamkeit schließen.
Zwei Produkte mit ähnlich aussehenden Zutatenlisten können sich in ihrer genauen Zusammensetzung und ihren Eigenschaften unterscheiden.
Für einen aussagekräftigen Vergleich benötigst du deshalb mehr Informationen als nur die Position eines einzelnen Stoffes.
Kannst du an der INCI-Liste erkennen, ob ein Produkt vegan ist?
Die Zutatenliste kann dir dabei helfen, tierische Bestandteile zu erkennen. Sie ist jedoch nicht immer ausreichend, um sämtliche Fragen zur Herkunft der Rohstoffe abschließend zu beantworten.
Zu den bekannten tierischen Rohstoffen, die in Kosmetik eingesetzt werden können, gehören beispielsweise:
Cera Alba – Bienenwachs
Beeswax – eine englische Bezeichnung, die je nach Informationsquelle verwendet wird; auf der EU-Kosmetikzutatenliste ist die INCI-Bezeichnung Cera Alba maßgeblich
Lanolin – Wollwachs
Honey – Honig
Auch weitere tierische Bestandteile können in kosmetischen Rezepturen vorkommen.
Wenn du vegane Kosmetik suchst, solltest du daher die vollständige Zutatenliste und die Angaben des Herstellers berücksichtigen.
Die Bezeichnung „Naturkosmetik“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt vegan ist. Naturkosmetik kann sowohl pflanzliche als auch tierische Rohstoffe enthalten.
Umgekehrt lässt sich aus der Bezeichnung eines einzelnen Inhaltsstoffs nicht immer seine genaue Herkunft ableiten.
Deshalb ist es sinnvoll, bei Fragen zur Vegan-Eigenschaft auf konkrete Produktinformationen zu achten.
Wie findest du heraus, ob eine Creme zu deiner Haut passt?
Die INCI-Liste ist ein hilfreicher Ausgangspunkt, aber kein vollständiger Eignungstest für deine Haut.
Zwei Menschen können auf dasselbe Produkt unterschiedlich reagieren. Auch persönliche Vorlieben, die bestehende Pflegeroutine und individuelle Unverträglichkeiten spielen eine Rolle.
Wenn du ein Produkt auswählen möchtest, kannst du dich an einigen Fragen orientieren:
1. Welche Art von Produkt suchst du?
Eine Gesichtscreme, ein Lippenbalsam und eine Körperpflege erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Vergleiche deshalb Produkte, die für einen ähnlichen Anwendungsbereich vorgesehen sind.
2. Welche Inhaltsstoffe möchtest du vermeiden?
Wenn du bestimmte Unverträglichkeiten kennst, prüfe die Zutatenliste gezielt auf die betreffenden Bestandteile.
3. Sind die Produktinformationen verständlich?
Achte darauf, ob der Hersteller Anwendung, Zusammensetzung und wichtige Eigenschaften nachvollziehbar beschreibt.
4. Passt die Anwendung zu deinen Bedürfnissen?
Berücksichtige, wie und wo das Produkt angewendet werden soll. Verwende es entsprechend den Hinweisen des Herstellers.
5. Sind deine Erwartungen realistisch?
Kosmetik kann reinigen, pflegen und das Hautgefühl beeinflussen. Medizinische Wirkungen oder die Behandlung von Hautkrankheiten solltest du nicht allein aus einer Zutatenliste oder einer Werbeaussage ableiten.
Wenn du zu einem Produkt Fragen hast, ist es sinnvoll, direkt beim Hersteller nachzufragen.
Warum Transparenz bei Kosmetik wichtig ist
Eine Zutatenliste soll Informationen vermitteln. Sie sollte nicht dazu führen, dass du aufgrund komplizierter Namen unnötig verunsichert wirst.
Gleichzeitig ist es wichtig, dass Hersteller ihre Produkte nicht allein mit Schlagwörtern wie „natürlich“, „rein“ oder „hochwertig“ beschreiben.
Solche Begriffe erklären noch nicht vollständig, was ein Produkt enthält und wie es formuliert wurde.
Transparente Produktinformationen können dir helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen.
Dazu gehören beispielsweise:
die vollständige Zutatenliste,
eine verständliche Beschreibung des Produkts,
Hinweise zur vorgesehenen Anwendung,
nachvollziehbare Angaben zu relevanten Produkteigenschaften,
klare Informationen zu besonderen Merkmalen, sofern diese zutreffen.
Je besser die Informationen nachvollziehbar sind, desto leichter kannst du beurteilen, ob ein Produkt zu deinen persönlichen Anforderungen passt.
Wie wir bei Offizinalis auf Rohstoffe und Rezepturen schauen
Offizinalis ist eine kleine bayerische Manufaktur für handgefertigte Naturkosmetik.
Wir beschäftigen uns mit ausgewählten Rohstoffen, durchdachten Rezepturen und der sorgfältigen Herstellung unserer Produkte in kleinen Chargen.
Dabei betrachten wir Inhaltsstoffe nicht nur einzeln, sondern als Bestandteile einer gesamten Formulierung.
Denn die Eigenschaften eines fertigen Produkts ergeben sich aus dem Zusammenspiel seiner Bestandteile, der jeweiligen Zusammensetzung und der Herstellung.
Unser wissenschaftlicher Hintergrund prägt dabei die Art, wie wir uns mit Rohstoffen und Rezepturen beschäftigen.
Gleichzeitig möchten wir Informationen so vermitteln, dass sie verständlich und nachvollziehbar bleiben.
Uns ist wichtig, keine pauschalen Versprechen zu machen, sondern unsere Produkte und ihre Zusammensetzung so transparent wie möglich zu beschreiben.
Wenn du dich für unsere Pflegeprodukte interessierst, kannst du dir die jeweiligen Produktinformationen ansehen und die Angaben mit deinen persönlichen Anforderungen vergleichen.
INCI-Liste verstehen: Die wichtigsten Punkte im Überblick
Wenn du künftig eine Zutatenliste liest, musst du nicht sofort jeden einzelnen Inhaltsstoff auswendig kennen.
Schon einige Grundregeln helfen dir dabei, Informationen besser einzuordnen.
Erstens: INCI ist ein international verwendetes System zur Bezeichnung kosmetischer Inhaltsstoffe.
Zweitens: Die Reihenfolge folgt grundsätzlich dem Gewichtsanteil zum Zeitpunkt der Zugabe. Für Inhaltsstoffe mit einem Anteil von höchstens einem Prozent gelten besondere Regeln.
Drittens: Ein kompliziert klingender Name bedeutet nicht automatisch, dass ein Inhaltsstoff synthetisch hergestellt wurde.
Viertens: Natürlich ist nicht automatisch besser oder verträglicher. Entscheidend sind der konkrete Rohstoff, seine Verwendung und die gesamte Rezeptur.
Fünftens: Eine Zutatenliste kann wichtige Hinweise liefern, ersetzt aber nicht alle Informationen über Qualität, Sicherheit, Herkunft oder individuelle Verträglichkeit.
Sechstens: Wenn dir bestimmte Eigenschaften wichtig sind, beispielsweise eine vegane Zusammensetzung, solltest du die vollständigen Produktinformationen berücksichtigen.
Mit diesem Wissen kannst du Kosmetik bewusster auswählen und Werbeaussagen besser einordnen.
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Fazit: Die Zutatenliste ist ein guter Anfang
Eine INCI-Liste kann auf den ersten Blick kompliziert wirken. Wenn du die grundlegenden Regeln kennst, wird sie jedoch verständlicher.
Du kannst erkennen, welche Inhaltsstoffe aufgeführt sind, ihre Reihenfolge einordnen und einzelne Bezeichnungen bei Bedarf genauer nachschlagen.
Dabei solltest du nicht nur auf einzelne Schlagwörter oder vermeintlich gute und schlechte Inhaltsstoffe achten.
Entscheidend ist immer das Gesamtbild: die Zusammensetzung, die vorgesehene Anwendung, die verfügbaren Produktinformationen und deine persönlichen Bedürfnisse.
Wer Kosmetik bewusst auswählt, muss nicht jede chemische Bezeichnung auswendig kennen. Es reicht, die richtigen Fragen zu stellen und Informationen kritisch, aber unvoreingenommen zu betrachten.
Genau dafür lohnt es sich, die INCI-Liste verstehen zu lernen.

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